Fischerei in Deutschland

Schon immer war die Fischerei in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor vor allen an den Flüssen, Meeren und Seen des Landes. Heutzutage ist die Fischereiwirtschaft genauso wie andere Wirtschaftszweige hochmodern und auf Effizienz ausgerichtet, aber trotz der weitgehenden Automatisierung von Fang und Verarbeitung verdienen rund 41000 Menschen ihr Geld mit der Fischerei in Deutschland und erwirtschaften dabei etwa 6 Milliarden Euro jährlich.

Die Flotte

Zusammengesetz ist diese Zahl der Beschäftigten aus der kompletten Fang- und Verwertungskette des Fisches. Zunächst einmal muss der Fisch gefangen werden, was 2010 in Deutschland von 1767 Schiffen der Fischereiflotte erledigt wurde auf denen 3048 Menschen arbeiteten, wovon der Hauptanteil von 383 der Kutter- und Küstenfischerei zugeordnet werden können, davon sind wiederum 257 Krabbenkutter. Auf dem Gebiet der kleinen Küstenfischerei, bei dem mit Stellnetzen oder Reusen als passiven Fanggeräten gearbeitet wird, sind hauptsächlich an der Ostseeküste 1316 Schiffe bzw. Boote im Einsatz, die zum Teil offen oder teilgedeckt sind, hier beläuft sich die Zahl der Beschäftigten auf etwa 4100 Menschen. Hinzu kommen weitere Schiffe für die Hochseefischerei auf den Meeren, zu denen 9 Universalfroster und 12 spezielle Schiffe für den Fang von Speisemuscheln gehören.

Der Gesamtverbrauch

Neben der Menge an Schiffen an sich, die in Deutschland für den Fischfang tätig sind, ist natürlich auch zu betrachten, wie groß die Mengen an gefangenen Fischen ist. So belief sich das Fanggewicht 2009 auf 273000 Tonnen, wovon 70000 Tonnen im Inland, 163000 Tonnen im Ausland und 41000 Tonnen in der Binnenfischerei, also auf Seen oder in Flüssen, gefangen wurden. Nach Abgleich der In- und Ausfuhren von gefangenem Fisch ergab sich somit 2009 ein Gesamtverbrauch an Fisch von 1,28 Millionen Tonnen, was einem pro Kopf Verbrauch von 15,7 kg entsprach.

Die Industrie

Um diese enormen Mengen an Fisch zu bis zum Kunden auf den Teller zu bringen ist natürlich auch eine entsprechend große verarbeitende Fischindustrie sowie Händler und Restaurants nötig. So gab es 2009 insgesamt 62 Produktionsbetriebe für die Fischindustrie mit 7590 Beschäftigten, deren Erzeugnisse von 230 Fischgroßhändlern mit 3375 Beschäftigten und 10000 Fischeinzelhändler mit 18900 Beschäftigten, zu denen auch Feinkosthändler und spezielle Abteilungen in Supermärkten gezählt wurden, verkauft wurden. Direkt an den Kunden weitergegeben wurde der Fisch letztendlich in etwa 600 Fisch Gaststätten bzw. Imbissbuden und -ketten, die nochmals 3200 Beschäftigte zählt.

Nachhaltigkeit

Obwohl diese Zahlen recht groß erscheinen ist die Fischerei in Deutschland bzw. die Anzahl der Schiffe die dazu eingesetzt werden im Vergleich zum Rest der europäischen Union eher gering und liegt nur unter den 10 kleinsten Flotten. Dies hat auch damit zu tun, dass in Deutschland eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände mitsamt dem Kampf gegen illegale Fischerei als Ziel von der Regierung ausgegeben wurde. Diese Nachhaltigkeit soll zum einen dadurch erreicht werden, dass die für jeweiligen Fischbestände in den Gewässern detaillierte Bewirtschaftungs- und Wiederauffüllungspläne beschlossen werden sollen, zum anderen werden Anlande- und Rückwurfverbote erlassen, um unerwünschten Beifang in der Fischerei zu minimieren. Um illegalen Fang zu verhindern, wo sich zudem auch nicht um Fangquoten oder andere Tier- und Umweltschutzaspekte gekümmert wird, sind zudem verschärfte Kontrollen in Zusammenarbeit mit der EU eingeführt worden. Hierzu zählt unter anderem auch das Marine Stewardship Council und deren zugehöriges Siegel, das in Zukunft alle unter nachhaltigen Bedingungen in der EU gefangenen Fische und deren Produkte kennzeichnen soll.

Foto: Dušan Zidar, Fotolia

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