Geschichte der Fischerei

Als erste Zeugen der Geschichte der Fischerei können wohl Muschelhaufen betrachtet werden, die in einer Höhle am Indischen Ozean von Südafrika, dem Pinnacle Point, gefunden wurden. Diese wurden von Wissenschaftlern auf ein Alter von 164000 Jahren geschätzt.

Die ersten Fischer

Die ältesten Beweise für den ersten echten Fischfang hat man ebenfalls in Afrika gefunden, dort wurden in Zaire am Fluss Seemliki Harpunen gefunden sowie die Greten eines zwei Meter großen Welses. Die ersten Fischerboote wurden dagegen erst gegen 5100 bis 4100 v.Chr. in Nordeuropa gefunden, zu dieser Zeit gab es zudem schon die meisten der heute noch üblichen Fanggeräte wie Angeln, Speere, Netze, Stellzäune und Harpunen. Die Harpunen und Speere konnten dabei aus Knochen, Holz, Stein oder Geweihen gewesen sein, zum befestigen der Spitze der Geräte wurden Pflanzenfasern oder Baumbast verwendet. Die Speere wurden dann vor allem für den Fang kleiner Fische verwendet, wie sie an vielen Flüssen beheimatet sind, größerer Exemplare wie der schon erwähnte Wels oder auch Hechte und andere benötigten jedoch die Harpune. So wurden auch schon zu frühen Zeiten kleine Schweinswale und Robben an den Küsten gejagt. Damit die getroffenen Tiere sich nicht mehr von der Harpunenspitze befreien konnten wurden zudem schon früh alle Spitzen der Geräte mit Widerhaken hergestellt, hier waren verschiedene Varianten von einseitigen und zweiseitigen Haken in Gebrauch.

Verbesserte Technik

Vor allem in Nordeuropa wurde die Lyster verwendet, nachgewiesene Funde befinden sich auch an 2 Orten in Deutschland, Rosenhof und Siggeneben. Das besondere an diesem Gerät waren die 2 nach außen gebogenen Spitzen, die noch leicht beweglich am Schaft angebracht wurden. Somit konnte beim Wurf ins trübe, nicht durchsichtige Flusswasser ein Aal zwischen den Spitzen gefangen werden, der durch die enger zulaufende Form und den spitzen Knochen am Ende der 2 äußeren Spitzen nicht mehr entkommen konnte. Diese Art Aale zu fangen wurde in noch bis ins 20. Jahrhundert verwendet.

Andere Techniken

Zu den traditionellen Fischfanggeräten und ihrer Geschichte gibt es zudem einige Techniken, die sich abseits der üblichen Netze, Angeln und Harpunen bewegen. Ein großer Durchbruch vor allem für die Hochseefischerei war sicherlich die Einführung des Echolots. Mussten die Fischer früher noch auf Delphine oder Seevögel achten, die im Meer vorkommende Fischschwärme signalisierten, so werden heute Ultraschallwellen eingesetzt um die genauen Standpunkte und Bewegungen der Schwärme zu kontrollieren. Auch dadurch konnten in Zeiten der Industrialisierung die Fischfangquoten erheblich erhöht werden. Ein anderes Beispiel ist die bei einigen Völkern verbreitete Methode des Kormoranfischens, welche eine lange Tradition bis ca. 600 n.Chr. hat, für die man die ersten Nachweise in chinesischen Schriften fand. In Ländern wie Japan oder China aber auch anderen südostasiatischen Ländern werden dazu Kormorane abgerichtet, die nach Fischen tauchen und diese durch Verschlucken fangen. Größere Fische werden jedoch an diesem Verschlucken durch Schnüre oder Ringe um den Hals des Tieres gehindert, und nach erfolgreichem Fang schließlich durch den Fischer an Board des Bootes durch eine Stimulierung des Halses wieder hervorgeholt. Für den Fang einzelner Fische in recht großen Mengen ist diese Methode äußerst effektiv, denn ein Kormoran kann so ca. 1 bis 2 Fische pro Minute fangen.

Foto: Sulabaja, FotoliaSimilar Posts: